Mit guter Raumluft den Krankenstand senken

Ludwigsburg, 28.04.2026 – Lüftungsanlagen leisten Beitrag zur Entlastung des Gesundheitssystems
- Lüftungsanlagen reduzieren das Risiko akuter Atemwegsinfektionen
- Schätzungsweise 0,7 bis 1,3 Ausfalltage weniger pro Jahr möglich
- Lüftungstechnik rechnet sich für Arbeitgeber und Volkswirtschaft
- Fachverband stellt Wirtschaftlichkeitsrechner im Internet bereit

Mehr Zuzahlung bei Medikamenten, weniger Kassenleistungen – nur zwei der Maßnahmen, die unser Gesundheitssystem gesund machen sollen. Damit die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung stabilisiert werden können, möchte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ein Gesetz erarbeiten, das für 2027 ein Sparpotenzial von 20 Mrd. Euro eröffnet. „Jetzt geht es um die Kosten der Kassen, im Winter standen die Arbeitszeit und Krankheitstage im Fokus“, sagt Claus Händel. „Was mir bei all diesen Diskussionen zu kurz kommt, ist das Kostensenkungspotenzial durch vermiedene Ansteckung.“ Händel ist Geschäftsführer Technik beim Fachverband Gebäude-Klima e. V. (www.fgk.de) und weiß: „Gutes Lüften könnte in vielen Wirtschaftszweigen jährlich einen halben oder ganzen Krankheitstag vermeiden. Pro Person natürlich.“

Konzentration der Krankheitserreger wirkungsvoll senken

Gutes Lüften senkt die Konzentration von Viren in Innenräumen. Doch mit dem Öffnen von Fenstern gelingt das nicht immer. Das Robert Koch-Institut erklärt, dass Innenräume im Winter oft nicht so gründlich gelüftet werden und Atemwegserreger sich in der Raumluft anreichern können, wenn Personen mit Atemwegsinfektionen im Raum sind. In schlecht gelüfteten Räumen steigt also die Ansteckungsgefahr. Der FGK plädiert daher für eine gute, energieeffiziente ventilatorgestützte Lüftung in Büroräumen sowie in Bildungs-, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen. Oft ergebe sich durch den Einsatz der Lüftungstechnik eine Win-win-Situation für die Beschäftigten und die Betreiber. Und für die Volkswirtschaft.

Wirtschaftlich: Lüftungstechnik senkt die Arbeitsunfähigkeitstage

Bei den durch gute Raumluftqualität vermeidbaren Krankheitstagen handele es sich meistens um Arbeitsausfälle wegen akuter Atemwegserkrankungen (wie Grippe, Husten oder Covid), erläutert Händel. „Dann zahlt der Arbeitgeber in der Regel den Lohn weiter, aber er hat eine geringere Wertschöpfung“, so der FGK-Geschäftsführer. Im Wirtschaftszweig Finanz- und Versicherungsdienstleister beispielsweise geht laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) pro Arbeitsunfähigkeitstag eine Bruttowertschöpfung von etwa 385 Euro verloren. „Die Kosten für eine gute Lüftungsanlage betragen pro Mitarbeiter und Jahr nicht einmal die Hälfte davon“, sagt Diplom-Ingenieur Händel. „Und wir reden hier über die Vollkosten der Lüftungstechnik, also inklusive Anschaffung, Wartung und Betrieb für eine Anlage, die bei Bedarf auch kühlt und die Luftfeuchtigkeit reguliert.“
Für viele Wirtschaftszweige eröffnet die Investition in eine gute Lüftungstechnik somit ein Sparpotenzial. Wie wirtschaftlich Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) sind, können Interessierte selbst abschätzen. Der FGK stellt hierfür auf seiner Website einen Wirtschaftlichkeitsrechner bereit. Der Verband weist auf Studien hin, nach denen sich 20 bis 50 Prozent der Ansteckungen mit Atemwegserregern durch gute Raumluftqualität vermeiden ließen. Würde nur jede fünfte Atemwegserkrankung vermieden, ergäbe sich für die meisten typischen Bürobetriebe ein finanzieller Vorteil.

Wirtschaftlichkeit und Wohlfühl-Arbeitsklima gehen Hand in Hand

Händel weist auf weitere Vorzüge einer Lüftungsanlage hin: „Studien haben gezeigt, dass gute Luft die Konzentrationsfähigkeit und damit die kognitive Leistung steigern kann.“ Die Lüftung trägt außerdem zum Wohlbefinden bei und lässt Menschen mit Pollenallergien aufatmen, denn neben Viren und Feinstaub halten RLT-Anlagen auch Pollen zurück. „Außer den finanziellen Aspekten sprechen also weitere Argumente für Lüftungsanlagen in Büros oder Praxen etc.“ Der FGK würde es daher begrüßen, wenn die Regierung RLT-Anlagen noch intensiver fördert.
„Nebenbei bemerkt würde gute Luft am Arbeitsplatz auch all denjenigen entgegenkommen, die einen zusätzlichen Arbeitstag gefordert haben“, sagt Händel. Laut dem Verband der Bayerischen Wirtschaft (vbw) würde ein zusätzlicher Arbeitstag pro Jahr das Bruttoinlandsprodukt um rund fünf Milliarden Euro heben. „Einen Tag weniger krank sein hätte dieselbe Wirkung.“

Bestes Büroklima für Best Ager

Menschen ab 55 Jahren, die Best Ager, stellen laut Arbeitsagentur mittlerweile einen großen Anteil an den Beschäftigten: Fast jeder Vierte (ca. 24 %) der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland gehört zu dieser Altersgruppe. Gesunde Luft hilft, für diese Menschen gute Arbeitsplatzbedingungen zu schaffen. Denn Best Ager haben meistens ein schwächeres Immunsystem und können Krankheitserreger deswegen schlechter abwehren. Lüftungstechnik hilft, die Konzentration der Erreger in der Luft herabzusetzen und so die Infektionsgefahr zu reduzieren. Und auch diejenigen, die unter Pollenallergien leiden, können bei einer Lüftungsanlage aufatmen, denn die Filter halten Pollen zurück.



Bild: FGK



Pressemitteilung inklusive Bildmaterial (falls vorhanden) herunterladen:
Hier klicken

Pressemitteilung als PDF-Datei herunterladen:
(Rechte Maustaste und dann "Link speichern unter")


Kontakt zur FGK-Pressestelle:
Dipl.-Ing. Sabine Riethmüller
Fachverband Gebäude-Klima e. V.
Hoferstr. 5
71636 Ludwigsburg
Tel.: +49 7141 25881-14
Fax: +49 7141 25881-19
E-Mail: presse@fgk.de